Fundsachen

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Bewerbungsschreiben an das Konsistorium 1749/50

 

Magister Dieterich, Präzeptor in Böblingen schreibt:

„…ist vor wenigen Tagen die Pfarrei Gechingen vacant geworden, nachdem der bisherige Pfarrer Pommer daselbsten das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt hat.“

 

 

Kirchenkonventsprotokoll 

„Den 8. Januarii 1773 am Monats Buß- und Bettag

 

  1. Michael R. … wurde dargefordert weilen er am Thomas-Tag nacher Stuttgart zu Markt gefahren, und dem Verbot ohngeachtet da er dahero anfragen ließ, dennoch nicht zu Haus geblieben. Da er nun solches gänzlich eingestanden, und auch diese Rede, dass er doch fort fahre, ob es der Pfarrer verbiete oder nicht, so wurde er mit Übereinstimmung des ganzen Convents um halb Pfund Heller in den Heiligen gestraft.

  2. Ist Johannes B… Wittib, wegen mancherlei Unarten und Unordnungen, die in ihrem Hause vorgegangen, zu red gestellt und ernstlich und nachdrücklich erinnert worden, in Zukunft dergleichen zu verhüten oder sie müße sich einer Ahndung gewärtig halten.

  3. Wurde ein nähmliches mit Bernhard S. …wegen obiger Ursache vorgenommen.“

 

Stiftungsratsprotokoll vom 27. Dezember 1842

„Der Orgeltretter Gehring brachte die Bitte vor, daß ihm zu dem Lohn von 6 Gulden 15 Kreuzer eine kleine Zulage gegeben werde, indem er bei der neuen Orgel jedes Mal tretten muß und es nie mehr den Schulbuben überlassen kann. Es soll demselben eine Zulage von 3 Gulden 15 Kreuzer gegeben werden unter der Bedingung, daß er oder ein erwachsener Stellvertreter in jeder Kirch sein Amt zu versehen hat.“

 

 

Kirchenkonventsprotokoll von 1851

„Es kam zur Sprache, daß die ledige und Schuljugend besonders an Sonntagen bei ihren Zusammenkünften oft zügellos und frech sich benehme. Es wurde beraten, daß es gewiß von guter Wirkung sein würde, wenn jedes Mitglied des Kirchenconvents, wo es Gelegenheit und Trieb hat, ermahnend und warnend einschreite. Dazu erboten sich die Mitglieder je 2 miteinander an Sonn- und Festtagen die Versammlungen zu besuchen und zu achten, daß es ehrbar und ordentlich zugeht.“

 

 

Kirchenkonventsprotokoll 

„Verhandelt am 29. Juli 1860. Stiftungspfleger Quinzler hat in seiner Kasse 600 Gulden zum Ausleihen parat, für die sich gegenwärtig kein Liebhaber zeigt.“

 

 

Rechnungen der Stiftungspflege 1878

„Vom Lammwirt Breitling liegt für die Beköstigung von Handwerksleuten aus Anlaß des Aufschlagens des Kirchturms eine Rechnung vor:

 15 Mann je ein Essen und 2 Liter Wein (!) a 2 Mark pro Mann = 30 Mark.“

 

 

Schreiben an das königliche Konsistorium vom 1. Okt. 1881

Pfarrer Gottlob Dettinger aus Ostelsheim schreibt im Blick auf Gechingen:

„In Folge der langen Kränklichkeit der beiden vorhergehenden Geistlichen ist namentlich die Jugend ziemlich verwahrlost und herrscht ein leichtfertiger Geist unter ihr, welchem auch von Seiten der Eltern beinahe nicht entgegengetreten wird.“

 

Zusammengestellt von Tilman Schwarz